14.07.2022

Jahrestag Starkregen 2021: Der THW-Ortsverband Bochum erinnert sich

Bochum, 14 Juli 2022. Es ist eine der schlimmsten Naturkatastrophen, die Deutschland je erlebt hat: Das Unwetter Mitte Juli 2021. Für das Technische Hilfswerk (THW) folgte der größte Einsatz in seiner mehr als 70-jährigen Geschichte. Über mehrere Monate leisten die Helferinnen und Helfer des THW rund 2,6 Millionen Einsatzstunden in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen. Rund 17.000 Einsatzkräfte aus allen 668 THW-Ortverbänden waren im Einsatz – und somit auch der Ortsverband Bochum.

Tief „Bernd“ hinterließ in weiten Teilen Deutschlands, aber vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, ein Bild der Zerstörung. Überflutete Städte, zusammengebrochene Infrastruktur und zerstörte Gebäude waren einige der Folgen. Das THW war daraufhin mit allen 25 Typen seiner Einheiten und Teileinheiten gefragt. Die Liste der zu bewältigenden Aufgaben war lang: Von Pumparbeiten über das Räumen von Trümmern, der Strom- und Wasserversorgung bis hin zur Trinkwasserversorgung, Deichverteidigung, der Baufachberatung oder dem Brückenbau – das THW konnte seine gebündelte Expertise einbringen und bringt sie teilweise weiterhin ein. Denn abgeschlossen ist der Einsatz noch nicht, die Hilfe des THW wird auch ein Jahr nach der Katastrophe immer noch benötigt.

Angefangen bei der Organisation eines Bereitstellungsraumes in Hagen, in dem sich Einsatzkräfte verschiedener Organisationen sammeln und so zum kurzfristigen Abruf bereitstehen, über zahlreiche vollgelaufene Keller, Tiefgaragen und Firmengelände, bis hin zum Hauptstellwerk der Bahn am Hagener Hauptbahnhof, wurden die Einsatzkräfte des THW Bochum mit einer Vielzahl von Szenarien konfrontiert, die Tag und Nacht höchste Professionalität erforderten.


„Trotz der teils immensen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur dürfen wir bei der Sicherheit unserer Einsatzkräfte keine Kompromisse eingehen“ so Bernd Vitten, der als Truppführer mit der Fachgruppe Wasserschaden Pumpen (FGr. WP) seinerzeit im Stadtgebiet Hagen unterwegs war und sich mit den zahlreichen Großpumpen der Fachgruppe vor allem um die Bewegung von großen Wassermassen kümmerte.


Nachdem die Einsätze im engeren Umfeld abgearbeitet waren, wurden 21 Einsatzkräfte aus beiden Technischen Zügen auch vor allem in den Orten Bad Münstereifel, Schleiden und Gemünd eingesetzt. In den peripheren Ortschaften waren die Pegel der ansonsten beschaulichen Flüsse teils meterhoch angestiegen und haben substanzielle Schäden an den Gebäuden hinterlassen.


Fachberater des THW Bochum waren, von der THW Einsatzleitung in Euskirchen ausgehend, ebenfalls in der Region unterwegs. Da an einem folgenden Wochenende weitere Gewitter für NRW angekündigt waren, hatte die Räumung der Erft, die mitten durch den Ortskern von Bad Münstereifel verläuft, hohe Priorität. Die Fachberater des THW Bochum übernahmen hier Aufgaben in der Koordination der beteiligten Einsatzkräfte vor Ort und bildeten die Schnittstelle zur lokalen Einsatzabschnittsleitung.


Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit mehr als 80.000 Freiwilligen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.


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