26.11.2017, von Dennis Chrzan

Neue Atemschutzgeräteträger für den GFB Bochum

Vor kurzem berichteten wir an dieser Stelle über die alljährliche Belastungsübung für die ausgebildeten Atemschutzgeräteträger des Geschäftsführerbereichs Bochum des Technischen Hilfswerk. Doch auch die Ausbildung von neuen Fachhelfern wird nicht vernachlässigt, daher konnte am 25.11.2017 eine umfangreiche Ausbildung zum Abschluss gebracht werden.

Die Arbeit unter schwerem Atemschutz ist neben der „klassischen“ (technischen) Hilfeleistung eine der Kernkompetenzen des Technischen Hilfswerks. Ausgebildete Atemschutzgeräteträger sind in der Lage, fast das komplette Einsatzspektrum des THW auch während des Tragens von Atemschutz-Geräten zu leisten.

Auf der Gewinnung neuer Helfer, die diese höchst anspruchsvolle Ausbildung durchlaufen liegt daher ein Fokus der Aus- und Fortbildung in den Technischen Zügen. Aufgrund dessen wurde nun im dritten Jahr in Folge eine Bereichsausbildung Atemschutz durch den OV Bochum angeboten, an welchem Helfer aus dem gesamten Geschäftsführerbereich teilnahmen. An mehreren Wochenenden im Oktober und November hatten die Bereichsausbilder Marc Mehrwald und Meik Laschinka nun die Aufgabe, insgesamt 24 Teilnehmer aus den Ortsverbänden Witten, Wetter, Schwelm, Hattingen und natürlich Bochum durch die Ausbildung zu begleiten. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei aufgrund der Gruppengröße von Oliver Striebeck (OV Wuppertal), ebenfalls Ausbilder für den Atemschutz.

Ein nicht gerade kleiner Anteil der insgesamt 45 Stunden dauernden Ausbildung bestand aus Theorie-Einheiten. Hier wurden Themen aus den Bereichen Einsatztaktik, Gerätekunde, Einsatzgrundsätze erarbeitet, aber auch Sprechfunk oder Grundlagen der Anatomie und Atmung besprochen. Aufgelockert wurden die anstrengenden Theorie-Einheiten durch immer wieder eingestreute praktische Beispiele.

Zum Anderen sollten die Teilnehmer an den Praxis-Diensten immer wieder durch anstrengende Übungen gefordert werden. Nach einer sanften Gewöhnung an das Tragen einer Atemschutzmaske war die erste Herausforderung das Tragen einer Filtermaske. Besonderheit hieran ist, dass der Atemwiderstand merklich erhöht ist, sodass man – für viele wahrscheinlich zum ersten Mal – sehr bewusst seine Atmung kontrollieren muss. So ausgestattet mussten die Teilnehmer dann auch das erste Mal eine Belastungsübung durchführen. Bei dieser Kombination aus Gerätetraining und dem Durchlaufen einer abgedunkelten Hindernisstrecke wird erstmals die körperliche Leistungsfähigkeit erprobt und führte die Teilnehmer näher an ihre Grenzen, als manch einer wohl dachte.

Nach diesem „Aufwärmen“ wurde das Niveau erneut gesteigert, da nun die Gewöhnung an den Pressluftatmer anstand, also das Tragen eines umluftunabhängigen Isoliergerätes. Auch diese ist notwendig, denn zum Einen sind die Geräte sehr schwer und sperrig und schränken somit die Bewegungsfreiheit ein, andererseits wird einem hier – im genauen Gegensatz zu den Filtern – die Einatemluft quasi in die Lungen gedrückt.

In weiteren praktischen Übungen wurden nun die theoretisch besprochenen Aspekte in die Tat umgesetzt, so zum Beispiel spezielle Suchtechniken oder Fortbewegungsmethoden bei absoluter Dunkelheit. Hierbei wurde immer wieder gesteigertes Augenmerk auf die Zusammenarbeit und Kommunikation der Lehrgangsteilnehmer gelegt, denn im Einsatzfall muss man sich sprichwörtlich blind auf seinen Trupp-Partner verlassen können. Hierzu wurden unter anderem auch Vertrauensübungen durchgeführt, welche eben dieses blinde Vertrauen erforderten.

Auch musste die bereits mit den Filtermasken durchgeführte Belastungsübung ebenfalls mit den Pressluftatmern von den Teilnehmern absolviert werden. Dies stellt sich zum Einen durch das sperrige Gerät schwieriger dar, zum Anderen muss die komplette Übung mit einer Pressluftflasche durchlaufen werden, um die Ausbildung erfolgreich abschließen zu können. Waren die körperlichen Grenzen der Teilnehmer nicht bereits vorher erreicht, spätestens jetzt war dies wohl der Fall.

Im weiteren Verlauf wurden die vorher bereits vermittelten Kenntnisse weiter vertieft und auch neue Tätigkeiten wie Atemschützüberwachung oder auch Rettungstechniken geübt. Die Ausbilder achteten hierbei immer mehr auf Fehler der Teilnehmer. Denn wie immer wieder zurecht betont wurde, ist ein Pressluftatmer die Lebensversicherung eines Atemschutzgeräteträgers. Daher muss jeder Handgriff sitzen und gewisse Automatismen müssen sich einprägen.

Die letzte Hürde, welche noch zwischen den angehenden „AGTlern“ und dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs stand, war nun noch eine Theorieprüfung. In 60 Minuten mussten Fragen aus allen Bereichen der Ausbildung, Theorie wie Praxis, beantwortet werden. Hierbei mussten mindestens 75% der Fragen korrekt beantwortet werden, um bestehen zu können.

Nach einigem Zittern stand jedoch fest, dass alle an der Prüfung teilnehmenden Helfern bestanden hatten und sich somit fortan „Atemschutzgeräteträger“ nennen können. Rückblickend betrachtet sagte Lehrgangsleiter Marc Mehrwald: „Es ist zwar eine harte und anspruchsvolle Ausbildung, letztendlich waren jedoch alle immer mit Spaß dabei, aber nie ohne den nötigen Ernst aus den Augen zu lassen.“

Wir gratulieren den Teilnehmern zur bestandenen Prüfung und beglückwünschen den Ortsverband Wetter zu vier neuen Atemschutzgeräteträgern, den Ortsverband Schwelm zu zweien, sowie den Ortsverbänden Witten sowie Hattingen zu jeweils einem. Wir selbst in Bochum können uns über insgesamt zehn neu ausgebildete Fachhelfer freuen, die in fast allen Einheiten des OV tätig sind.

Unser Dank gilt vor allem dem Ausbilderteam um Marc Mehrwald, Meik Laschinka sowie Gast-Ausbilder Oliver Striebeck für die harte, aber immer faire Ausbildung. Weiterer Dank geht an Jessica Chrzan aus unserem Ortsverband, die den Teilnehmern das medizinische Fachwissen näher brachte, sowie Dominic Rosenkranz und Hendrik Schatto für die Unterstützung, wo sie gebraucht wurde. Ebenfalls ist erneut der Berufsfeuerwehr Bochum für die unkomplizierte Bereitstellung des Atemschutz-Zentrums zu danken.


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