In Einsätzen und Übungen ist im Technischen Hilfswerk vor Allem der souveräne Umgang mit technischem Gerät gefragt. Doch gerade in Einsätzen können die Einsatzkräfte des THW auch auf verletzte Personen stoßen, die umgehender medizinischer Hilfe bedürfen.
Während ein gültiger Erste-Hilfe-Kurs in den lebensrettenden Sofortmaßnahmen Pflicht für alle Einsatzkräfte im THW ist, haben sich vier Einsatzkräfte aus den Technischen Zügen des THW Bochum nun auf dieses Thema spezialisiert und eine weitergehende Ausbildung absolviert.
Der Kurs, der dieses Jahr erstmals in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Bochum e. V. stattfand beinhaltete zahlreiche, über die lebensrettenden Sofortmaßnahmen hinausgehende, Inhalte.
Begonnen bei den unmittelbar notwendigen Behandlungsmaßnahmen in der „1. Minute“ nach Auffinden einer verletzten Person, orientierte sich der Kurs inhaltlich an dem sogenannten ABCDE Schema. Mit Airway, Breathing, Circulation, Disability und Exposure werden nach diesem Schema systematisch alle Vitalfunktionen abgearbeitet und der verletzten Person alle notwendigen Sofortmaßnahmen zu teil.
Gerade für medizinisch nicht geschulte Einsatzkräfte verbergen sich hinter diesen fünf einfachen Begriffen zahlreiche Maßnahmen und Handgriffe, die es in der Fachdienstausbildung zu erlernen galt. Begonnen bei der Sicherung der Atemwege, über die Messung der Sauerstoffsättigung, die Analyse der Herzfrequenz und die Kontrolle der Pupillenfunktionen lernten die Einsatzkräfte die Beurteilung von verletzten Personen einzuschätzen und erste, notwendige Maßnahmen einzuleiten.
Während die medizinische Versorgung von verletzten Personen weiterhin den Hilfsorganisationen wie DRK, ASB oder den Maltesern obliegt, können die hier ausgebildeten Einsatzkräfte des THW Bochum genau dann Maßnahmen einleiten, wenn verletzte Personen an unzugänglichen Orten gefunden werden, oder wenn noch kein Sanitätsdienst vor Ort ist.
Den vier ausgebildeten Einsatzkräften kommt also eine wichtige Funktion zu, um im Ernstfall Leben retten zu retten und notwenige medizinische Maßnahmen zu einzuleiten.